Warum Teamrollen im Jugendfußball wichtig sind

Teamrollen sind wie die Zahnräder einer Uhr – jedes Teil muss ineinandergreifen, damit das große Ganze funktioniert. Wenn im Training und Spiel nicht klar ist, wer welche Aufgabe übernimmt, entstehen schnell Probleme:
  • Spieler warten ab, statt Initiative zu ergreifen.
  • Konflikte brechen offen aus oder schwelen im Hintergrund.
  • Die Leistung schwankt stark, weil die Zusammenarbeit fehlt.
Als Trainer kannst du hier bewusst gegensteuern, indem du Rollen erkennst, benennst und entwickelst.
Das sorgt für:
  • Klarheit: Jeder weiß, was er beitragen soll.
  • Stabilität: Spieler können sich aufeinander verlassen.
  • Eigenverantwortung: Spieler übernehmen aktiv Aufgaben.

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Teamentwicklung nach Tuckman – und was das für dich als Trainer heißt

Der Psychologe Bruce Tuckman hat schon 1965 beschrieben, wie sich Gruppen entwickeln. Sein Modell ist bis heute aktuell und kann auf den Jugendfußball übertragen werden. Das Modell besteht aus 4 unterschiedlichen Phasen, welche wir dir jetzt erklären:

Phase 1 – Forming (Kennenlernen)

Die erste Phase beschreibt den Beginn der Saison, in dem die Kinder und Jugendlichen neu in eine Mannschaft kommen. Die meisten Spieler sind in dieser Phase ziemlich zurückhaltend, da für sie alles neu ist und sie sich erstmal an die neuen Spieler und Trainer gewöhnen müssen.
Traineraufgabe: Sicherheit schaffen, klare Strukturen geben, erste kleine Verantwortungen übergeben
Praxisidee: Namensball mit Auftrag – Spieler nennen beim Zupassen ihren Namen und eine persönliche Stärke.

Phase 2 – Storming (Konflikte & Machtkämpfe)

Hier werden Rollen in der Mannschaft verhandelt, dabei kann es auch Reibung innerhalb von den Spielern in der Mannschaft geben. Dabei können Meinungsverschiedenheiten treten offen zu Tage und Spieler testen Grenzen, sowohl untereinander als auch gegenüber dem Trainer.
Traineraufgabe: Konflikte zulassen, aktiv zuhören und konstruktiv moderieren.
Praxisidee: Einzelgespräche mit den Spielern

Phase 3 – Norming (Regeln & Teamgefühl)

Das ist die Phase in der gemeinsam mit dem Team Regeln entstehen, Werte festgelegt und Ziele definiert werden. Die Rollen innerhalb der Mannschaft werden akzeptiert und das Team rückt zusammen.
Traineraufgabe: Werte gemeinsam erarbeiten und sichtbar machen.
Praxisidee: Wertepyramide aufstellen (Wie das geht?-> hier in unserer 1. Podcastfolge herausfinden)

Phase 4 – Performing (Höchstleistung)

In dieser Phase startet dein Team in die Saison und ist leistungsfähig und kann sich selbst organisieren, hält sich an Regeln und pflegt einen guten Zusammenhalt.
Traineraufgabe: Verantwortung abgeben, Spielräume für Eigeninitiative schaffen.
Praxisidee: Aufwärmen an Spieler übergeben

Die 9 Teamrollen nach Belbin – übersetzt in den Fußballalltag

Der britische Forscher Meredith Belbin entwickelte ein Modell, das neun typische Rollen in erfolgreichen Teams beschreibt. Jede Rolle bringt eigene Stärken mit, von der kreativen Ideenfindung über die Organisation bis zur Motivation des Teams.
Im Jugendfußball entstehen diese Rollen oft unbewusst, wirken sich aber stark auf das Spielklima und die Leistung aus. Als Trainer kannst du diese Stärken erkennen, gezielt einsetzen und so ein ausgewogenes, effektives Team formen.
Wichtig: Ein Spieler kann mehrere Rollen einnehmen und seine Rolle im Laufe der Saison wechseln. Die Aufgabe des Trainers ist es, diese Dynamik zu beobachten und entsprechend zu fördern.

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